Inventar der Orgeln in Sachsen


Glossar

A

Absteller, Ausschalter. Druckknöpfe, Tritte oder dergl., die eine auf andere Weise durch Handregistratur, Walze, Pedalumschaltung usw. eingeschaltete Stimme, Spielhilfe oder dergl. außer Betrieb setzen, oder deren Funktion schon vorher aufheben, wenn sie durch irgend eine Weise eingeschaltet werden sollte. So gibt es Einzelausschalter für Zungenstimmen, für Koppeln, für Mixturen, usw., die durch jede Registrierung hindurch wirken; Absteller für die Walze, sodaß diese leer läuft, Absteller der Handregistratur, die diese im Augenblick des Eintritts einer anderen Registratur verstummen lassen, und andere mehr.

Akzentkoppel. Eine Koppel, die erst bei tieferem Niederdruck der Taste wirksam wird und es möglich macht, nur einzelne Töne durch Koppelung zu verstärken.

Aliquoten. Die Luftsäule in den Pfeifen schwingt nicht nur als Ganzes, sondern kann auch in einer beliebigen Anzahl gleicher Teile schwingen, also als 2/2, 3/3, 4/4 usw. Diese Teile nennt man aliquote Teile und die ihnen entsprechenden Töne Aliquottöne, Teiltöne. Aliquote Stimmen sind solche Register, die einem aliquoten Teil einer geradzahligen Stimme entsprechen, z. B. Terz, Quinte, Septime.

Auslöser. Eine Vorrichtung (Knopf, Tritt, Hebel, Puffer oder dgl.), um die Funktion eines Knopfes oder Trittes oder mehrerer derselben zugleich wieder aufzuheben.


B

Barkerscher Hebel. Im Jahre 1832 erfand der Engländer Charles Barker eine pneumatische Maschine zum Ziehen der Abstrakten, um die Spielart der Orgel zu erleichtern. Die Maschine besteht aus einem kleinen Balg, dessen Füllung und Entleerung durch zwei miteinander verbundene Ventile geregelt wird. Der Finger auf der Taste hat dann nur noch die geringe Arbeit zu leisten, die für die Bewegung dieses Ventilpaares nötig ist, und die ungleich größere Kraft, die die sich bewegende Oberplatte des Bälgchens entwickelt, kann dann zur Arbeit ausgenutzt werden, z. B. zum Öffnen der Spielventile. Auch zur Bewegung der Schleifen oder zur Betätigung von Kombinationszügen oder Koppeln fand der Barkerhebel Verwendung.

Bart nennt der Orgelbauer jede am Munde der Pfeife angebrachte Vorrichtung, durch die der Luftstrom, der aus der Kernspalte kommt, zusammengehalten oder irgendwie in seiner Richtung bestimmt werden soll.

Baßkoppel. Gelegentlich die Bezeichnung einer Unteroktavkoppel. Weiterhin bezeichnet Baßkoppel, auch Baßmelodiekoppel genannt, eine Koppel, die nur den jeweils tiefsten Ton eine Oktave tiefer mitnimmt. Mit Baßkoppel wird auch die Koppel Pedal an Manual bezeichnet, die meistens so eingerichtet ist, daß nur der unterste Ton gekoppelt wird.

Blei. Eines der Materialien, aus denen die Pfeifen gefertigt werden. Reines Blei ist gelegentlich zur Herstellung von Gedackten verwandt worden. Doch trat an seine Stelle schon recht früh eine Blei-Zinn-Mischung, das sogenannte Metall. Für die Köpfe und Zungenstimmen ist Hartblei üblich.

Blinde Pfeifen. Röhren aus Zinn oder anderem Metall, die in ihrem Äußeren einer Pfeife gleichen, denen aber die tonbildenden Teile fehlen. Sie stehen gelegentlich aus Gründen der Symmetrie im Prospekt.

Brustwerk. Eine unterhalb des Hauptwerks angebrachte Abteilung von Stimmen, deren Windlade meistens mit dem obersten Manual verbunden ist. In seiner ursprünglichen Form war das Brustwerk wohl ein in die Orgel hineingesetztes selbständiges Regalinstrument. Das Brustwerk ist dann auch späterhin der bevorzugte Platz für die regalartigen Stimmen geblieben und diesen Regalen gesellen sich dann andere Stimmen zu, deren Pfeifen nur geringe Höhe erfordern. Nach der Aufgabe des Werkprinzips hatte der Name Brustwerk keinen rechten Sinn mehr, da das zugehörige Pfeifenwerk oft nicht mehr " vorn in der Orgel unter dem Hauptwerk und direkt über dem Spieler lag, sondern irgendwo im Hintergrunde seine Aufstellung fand.


C

C- und Cis-Lade. Die beiden Teile der Windlade, die dadurch entstehen, daß die Pfeifen in zwei Gruppen geordnet werden, deren eine die Töne C, D, E, Fis, Gis, B, die andere die Töne Cis, Dis, F, G, A, H umfaßt.


D

Dachschweller. Eine heutzutage veraltete Form des Schwellkastens, bei der die Schwellwirkung dadurch erzielt wird, daß der Deckel des Kastens gehoben oder gesenkt wird.

Disposition nennt man die übersichtliche Zusammenstellung der Stimmen und Spielhilfen einer Orgel. Dabei werden die Register in der Regel unter mehreren Gesichtspunkten geordnet: einmal hinsichtlich der Tonhöhe von den tieferen zu den Höheren, dann stehen die Prinzipale vor den Flötenregistern, schließlich folgen die gemischten Stimmen (Mixturen usw.) und die Zungenstimmen; diese wiederum nach ihrer Tonhöhe geordnet. Abschließend werden in der Regel die Koppeln und Spielhilfen genannt.


F

Fernwerk: um Echowirkungen noch natürlicher darzustellen und überhaupt im Bestreben, die Orgel um klangliche Effekte zu bereichern, wurden gelegentlich einzelne, teilweise auch mehrere Register in möglichster Entfernung von der Orgel aufgestellt und mit einem Jalousieschweller versehen.

Figurenregister. Züge, durch welche im Prospekt angebrachte Figuren bewegt werden, z. B. Engel, die ihre Trompeten an den Mund setzen, Paukenschläger, die die Arme bewegen, der Hahn, der mit den Flügeln schlägt und den Kopf reckt, die Adler, die vor einer Sonne hin- und herschweben und dergl. mehr. Bisweilen bewegen sich die Trompetenengel beim Ziehen des Zuges "Trompete" von selbst mit, ohne daß noch ein besonderer Zug für die Figuren vorhanden wäre.

Flachfelder. Abteilungen des Prospektes, in denen die Pfeifen in gerader Linie nebeneinander stehen.

Flötenstimmen. Diejenigen Labialstimmen, die nicht zur Prinzipalgruppe gehören, werden als Flötenstimmen zusammengefaßt. Es werden darunter also außer den eigentlichen Flöten auch die Streicher, die Gedackte, die konischen Stimmen, die trichterförmigen Stimmen, sowie die Aufsatzstimmen und Rohrflöten verstanden.

Fuß, Fußgröße, Fußton. Das alte Rechnungsmaß des Orgelbaues ist der Fuß (etwa 30 cm, wobei die genauen Maße bei den Theoretikern voneinander abweichen). Die Höhenlage der Stimmen wird seit dem Mittelalter in Fuß angegeben, wobei das groß C einer Stimme von normaler Höhe schlechtweg mit 8 Fuß Länge angenommen und die Stimme demnach als 8 füßig bezeichnet wird. Die vierfüßige Stimme liegt dann eine Oktave höher, die zweifüßige zwei Oktaven höher, und so entspricht der jedesmaligen Erhöhung um eine Oktave die nächste Hälfte der vorhergehenden Fußzahl. Umgekehrt entspricht jede Verdoppelung der Fußzahl der Vertiefung um eine Oktave. Es ist also 16 Fuß eine Oktave unter Normal, 32 Fuß zwei Oktaven unter Normal. Die auf den Registerknöpfen angegebenen Maße beziehen sich immer auf die Tonhöhen, die nur bei den offenen Stimmen auch mit der realen Länge des Pfeifenkörpers übereinstimmt; Gedackte, also oben geschlossene Pfeifen klingen eine Oktave tiefer, als es ihrer wirklichen Pfeifenlänge entspricht.


G

Gebläse. Die Gesamtheit der winderzeugenden Teile der Orgel, also die Bälge oder der Ventilator nebst dem Magazin.

Gedackte. Stimmen, deren Pfeifen oben ganz geschlossen sind. Eine zylindrische Gedacktpfeife klingt (theoretisch) eine Oktave tiefer als die offene Pfeife gleicher Länge. Es fehlen ihr die geradzahligen Aliquoten, also die Oktave, zweite Oktave, zweite Quinte, dritte Oktave, zweite Terz, dritte Quinte usw. Eine konische Gedacktpfeife klingt etwa eine Quinte tiefer als die offene zylindrische Pfeife gleicher Länge. Sie hat alle Obertöne.

Gemischte Stimmen. Stimmen, die aus mehreren Reihen von Pfeifen bestehen; gemeint sind insbesondere die Mixturen

Generalkoppel. Ein Zug, Druckknopf oder Tritt, der die sämtlichen Manual- und Pedal-Koppeln zusammen (oft auch außerdem noch die Oktav-Koppeln) betätigt.

Glockenspiel. Schon seit dem späteren Mittelalter finden sich gelegentlich in die Orgel eingebaute Glockenspiele, entweder dem ganzen Umfang der Klaviatur entsprechend oder nur einen Teil derselben umfassend.

Gruppentritte, Gruppenzüge sind Spielhilfen, die dem Organisten das Registrieren dadurch erleichtern, daß sie ihn in den Stand setzen, mehrere Stimmen mit einer einzigen Bewegung zusammenzufassen. Sie tragen zumeist Namen wie piano, mezzoforte, tutti und dergl., bezeichnen also Stärkegrade und stellen entsprechende voreingestellte Kombinationen dar.


J

Jalousieschweller: Die gebräuchlichste Form des Schwellkastens. Meist an der Vorderseite sind eine Anzahl senkrecht stehender Luken angebracht, die sich mit schrägen Vorderkanten gegeneinander legen und sich etwa in ihrer Mitte möglichst reibungslos um eine senkrechte Achse drehen können. Sämtliche Luken haben einen im Winkel nach außen herausstehenden Arm, an dem eine Schiene befestigt ist, durch die sämtliche Luken mit einem Male geöffnet oder geschlossen werden können.


K

Kalkant. Die früher übliche Bezeichnung des Balgtreters. Die Registeraufschrift Kalkant (auch Kalkantenglocke, Kalkantenruf, Kalkantenwecker) bezeichnet eine Vorrichtung (Glöckchen, optisches Signal), durch die dem (häufig auf dem Kirchenboden und daher vom Gottesdienstgeschehen abgesonderten) Balgtreter das Zeichen zum Treten der Bälge gegeben wurde.

Kastenbalg. Er besteht aus zwei nahezu gleich großen, ineinander parallel verschiebbaren Kästen, von denen der innere sich winddicht im äußeren auf- und abbewegen läßt. Fang- und Kropfventile sind an dem äußeren feststehenden Kasten in der Regel von außen zugänglich angebracht. Der innere Kasten hängt an einem Seil, das über Rollen läuft und an einem Trethebel befestigt ist. Kastenbälge geben eine verhältnismäßig große Menge von Wind und solchen in immer gleicher Stärke. Sie nehmen dabei weniger Raum ein als andere Bälge. Ein Fehler des Systems sind die unliebsamen Geräusche bei der Bedienung.

Kegellade. Windlagensystem, in dem jede Pfeife ihr eigenes kleines Ventil bekommt, das in gemeinsamen Windräumen für die einzelnen Stimmen liegt, deren Füllung durch die Registratur besorgt wird. Im Zusammenhang mit pneumatischen Ladensystemen weit verbreitet.

Keilbalg. Ein Spanbalg, der die Form eines Keils hat, also nur an drei Seiten aufgeht, während die vierte das Scharnier für den Balg ist.

Kombination, freie: Es handelt sich bei den freien Kombinationen um Reihen von Registerzügen, die parallel zur normalen Handregistrierung angeordnet sind und im Wechsel mit dieser oder einer anderen Kombination verwendet werden können. Die technische Anlage im Innern des Spieltisches kann auf sehr verschiedene Weise ausgeführt sein. Äußerlich treten die Kombinationen meist in Erscheinung durch kleine Züge oder Hebelchen oder Knöpfe oder Einstellorgane sonst welcher Art über den Registern. Die hier eingestellten Reihen werden in Tätigkeit gesetzt entweder durch Tritte oder durch Druckknöpfe in der Manualvorsatzleiste. Im allgemeinen lösen sich die Kombinationen und die Handregistrierung gegenseitig aus, aber es ist in den meisten Fällen die Möglichkeit gegeben, durch einen Tritt oder Knopf eine von ihnen festzuhalten, während eine andere hinzutritt.

Koppel: Eine Vorrichtung, beim Spiel auf einem Klavier die Stimmen eines anderen mit ertönen zu lassen. Wenn schlechthin von einer Koppel gesprochen wird, ist darunter eine solche zu verstehen, die im Gleichklang zwischen zwei Klavieren wirkt; andernfalls wird die Koppel besonders als Oktavkoppel, Melodiekoppel, Baßkoppel oder sonstwie bezeichnet.


M

Magazinbalg. Die Urform des Magazinbalgs ist der sogenannte Widerbläser, wie man ihn heute noch in Drehorgeln hat. Bei dieser Form liegt ein kleiner Schöpfbalg an der Unterseite eines größeren Balges so, daß das Auslaßventil des Schöpfbalges gleichzeitig das Einlaßventil des oberen Balges ist. Diese Form findet in der Orgel heutzutage wohl kaum noch Anwendung. Auf demselben Prinzip beruhen aber die Magazinbälge mit darunter liegenden ein oder mehreren Schöpfbälgen. Man macht die Schöpfbälge klein, damit ihre Bedienung nicht viel Kraft erfordert, und gestaltet den Magazinbalg dann in der Regel nicht als Keilbalg, sondern als Laternenbalg, meistens mit einer einwärts und einer auswärts gehenden Falte. Es ist nicht unbedingt nötig, daß die Schöpfbälge an der Unterseite des Magazins liegen, sie können auch an einer ganz anderen Stelle der Orgel untergebracht sein oder durch einen Ventilator ersetzt werden. Man kann auch mehrere Magazine übereinander legen und durch elastische Kanäle miteinander verbinden und erhält so die Möglichkeit, diesem Gebläse Wind von verschiedenem Drucke zu entnehmen.

Manual. Das mit der Hand zu spielende Klavier, ursprünglich die einzige Klaviatur der Orgel überhaupt.

Manualkoppel. Eine Koppel, durch die die Tasten eines zweiten Manuals beim Spiel auf einem Manuale mitgenommen werden. Die technische Einrichtung kann sehr verschieden sein (s. Koppel). Frühere Zeiten bauten Manualkoppeln weit sparsamer als die Neuzeit, sodaß sehr oft bei drei Manualen nur zwei miteinander verbunden werden konnten, oder auch nur die Nebenmanuale mit dem Hauptwerk, aber nicht diese unter sich, oder das erste Nebenmanual mit dem Hauptwerk und das zweite Nebenmanual mit dem ersten Nebenmanual, aber nicht mit dem Hauptwerk.

Melodiekoppel. Eine Koppel derart, daß jeweils nur der oberste Ton eines Akkordes durch Koppelung verstärkt wird, entweder durch Mitnahme der oberen Oktave auf demselben Klavier oder durch Mitnahme desselben Tones auf einem anderen Klavier.

Mixturen der allgemeine Name für gemischte Stimmen.

Multiplex-System. Ein System einer pneumatischen Orgelanlage, bei dem die Stimmen auf das weitgehendste ausgenutzt und mehrfach verwendet werden können. Das Wesentliche an dem System ist, daß für jede Pfeife, wenn sie auch noch so oft in anderer Verbindung angespielt wird, doch immer nur ein einziges Ventil vorhanden ist, daß daher die Gefahr, daß die Pfeife zu verschiedenen Zeiten verschiedenen Winddruck bekommt, vermieden ist. Trotz dieser technischen Vorzüge bleibt der musikalische Mangel, daß es immer wieder dieselben Pfeifen sind, die der Spieler unter verschiedener Benennung auf den Registerknöpfen findet, daß ihm also eine reichhaltige Besetzung der Orgel vorgetäuscht wird, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.


N

Nebenzüge. Zusammenfassende Benennung aller Register, denen nicht Stimmen entsprechen, sondern denen irgend eine andere Aufgabe zugeteilt ist, z. B. Koppel, Tremulant, Ventil, Kalkantenruf und dergl. mehr.

Nullknopf, Nulltritt. Ein Knopf oder Tritt, der die Wirkung anderer Knöpfe oder Tritte aufhebt und die Handregistrierung wieder herstellt. Nuß s. Zungenstimmen.


O

Oberwerk. Ursprünglich bedeutet Oberwerk oder oberes Werk das, was wir jetzt Hauptwerk nennen. Später kommt ein noch höher aufgestelltes Werk hinzu, das den Namen Oberwerk erhält. Im 19. Jahrhundert geht der Name Oberwerk auf Pfeifenabteilungen über, die sehr oft gar nicht oben stehen, sondern hinten in der Orgel, oder an der Seite, oder unter dem Hauptwerk, und zwar aus dem Grunde, weil es inzwischen üblich geworden war, die einzelnen Teile der Orgel nicht nach ihrer Aufstellung zu benennen, sondern nach der Tastenreihe, mit denen sie in Verbindung standen, und das war in diesem Falle meistens die obere.

Oktave, Kurze. Bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts verwendet man von den Tönen der großen Oktave nur die der C-dur-Tonleiter angehörenden, mit einziger Ausnahme des großen B. Aus räumlichen Rücksichten ordnet man dann die Tasten so an, daß F, G, A, B, H an ihrer natürlichen Stelle liegen, die Obertaste Gis wird für das E, Fis für das D benutzt und die Taste C entspricht "dann scheinbar dem E.

Oktavkoppeln. Koppeln, die die obere oder untere Oktave eines Tones auf demselben oder einem anderen Klaviere mitnehmen.


P

Pedal. 1. Eine für die Füße bestimmte Klaviatur, 2. das zu dieser Klaviatur gehörige Pfeifwerk.

Positiv. 1. Ein kleines Orgelwerk, das von einem Ort an den anderen gesetzt werden kann.
Positiv. 2. Positiv ist auch die Bezeichnung von Teilen der großen Kirchenorgel, indem man dort von Rückpositiv, Brustpositiv usw. spricht, und sehr häufig im Gegensatz zum Hauptwerk ein anderes Manual einfach als "Positiv" bezeichnet. Prospekt. Die Schauseite der Orgel, in der Regel mit besonderer Sorgfalt hergestellt und oft künstlerisch reich ausgestattet.

Prospektpfeifen. Die im Prospekt stehenden.


R

Rollschweller, auch Crescendo-Decrescendo, Registerschweller, Registerrad, Registerwalze oder kurz "Walze" genannt. Eine Einrichtung, durch die die einzelnen Stimmen der Orgel in einer entweder vom Orgelbauer festgesetzten oder vom Organisten zu bestimmenden Reihenfolge gezogen bzw. wieder abgestoßen werden.


S

Schöpfbalg, Schöpfer. Die Schöpfbälge sind kleinere Bälge, die an der Unterseite der Magazine angebracht sind.

Schweller, Schwellkästen, Schwellwerk: Einrichtungen, um auf der Orgel die Möglichkeit zu schaffen, Änderungen der Lautstärke ohne Veränderung der Klangfarbe hervorzubringen. Außer dem Kasten, dessen Deckel beweglich war (Dachschweller), baute man auch Gehäuse mit im ganzen beweglichen Seiten (Türschweller), bis dann schließlich die Auflösung der großen Holzfläche in eine Anzahlnebeneinanderstehender Bretter erfolgte, die gleichzeitig in demselben Sinne bewegt wurden (Jalousieschweller).

Sperrventil ist ein in den einzelnen Nebenkanälen angebrachtes Ventil, um dem Wind den Zugang zu einer Windlade oder Teilwindlade sperren. Die Sperrventile hatten nicht nur den Zweck, eine letzte Rettung für den Organisten zu sein, wenn ein Ton heulte; viel wichtiger war ihre Aufgabe, ein rasches Umregistrieren zu ermöglichen.

Spielhilfen. Zusammenfassende Bezeichnung für Koppeln, Kombinationen, Schweller, Tremulanten und andere derartige Züge, die dazu dienen, die Stimmen in ihrer Klangfarbe zu beeinflussen oder miteinander zu verbinden.


T

Traktur. Die Verbindung zwischen- Taste und Ventil, die beim Niederdruck der ersteren das letztere öffnet. Diese Verbindung kann mechanisch, pneumatisch oder elektrisch geschehen.

Tremulant: Vorrichtung, die in der Stärke des Windes rasche und regelmäßige Ab- und Zunahme erzeugt, sodaß der Ton in geringen Grenzen auf- und abschwankt.


W

Walze. Die übliche, abkürzende Benennung für den Rollschweller.


Z

Zimbelstern. Ein klingendes Nebenregister, bestehend aus einer Welle, die durch ein Windrad oder einen Windmotor angetrieben wird und dadurch einen an der Außenseite des Orgelgehäuses befestigten Stern zum Umlauf bringt. An dem Stern oder an der Welle sind kleine Glöckchen befestigt, die durch die Bewegung zum Erklingen kommen.























 

 
A
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